Musik und Tanz in Spanien

Rhythmen wahrer Lebensfreude

Als südlichste Gegend Europas steht Andalusien für heiße Tage und lange Nächte. Entsprechend feurig ist das Temperament der Andalusier. Das Leben spielt sich auf den Straßen ab – man trifft sich, isst Tapas und trinkt Sangria oder aber man sitzt einfach auf einer Plaza und singt, spielt Gitarre oder trommelt. Die Musik gehört unweigerlich zum Leben der Andalusier dazu. Und wenn es Nacht wird kann keiner – ob Einheimischer oder Tourist – den heißen Rhythmen der südländischen Klänge widerstehen. Der Tanz fungiert hier noch als Ausdruck der Lebensfreude oder aber auch des tiefen Schmerzes.

Flamenco

Der Flamenco ist eine authentisch südspanische Kunst. Er ist das Produkt vieler verschiedener Kulturen, die ihre Spuren in Andalusien bzw. in Spanien hinterlassen haben. Aber keine andere Kultur hat den Flamenco als Musikrichtung und als Lebensphilosophie so entscheidend geprägt wie die der Zigeuner. Die im 16. Jahrhundert aus ihrer Heimat vertriebenen „Gipsys“ haben durch den Flamenco ihre Gefühle, ihr Leiden und ihren unbeugsamen Stolz ausgedrückt. Als entsprechend stark und emotionsgeladen kennt man die Musik auch heute noch. Das Leben mit all seinen Spannungen, mit seinen Freuden wie Leiden spiegelt sich darin wieder. Auch im Tanz steht der Ausdruck des Temperamentes im Vordergrund. Der gegenwärtige Flamenco zeigt häufig Einflüsse anderer Musikstile wie Jazz, Salsa oder Bossa Nova. Hatte die Flamenco-Gitarre einst vor allem die Funktion, die Tänzer in den Mittelpunkt zu stellen, so ist sie spätestens seit Paco de Lucía als eigenständige Kunstform anerkannt. Nirgends können Cante (Gesang), Baile (Tanz), und Guitarra (Gitarrenspiel) des Flamenco noch authentischer erlebt werden als in Andalusien.

Baile latino

Salsa, Samba, Merengue und Mambo – ursprünglich Rhythmen aus dem karibischen Raum – sind längst auch Teil des spanischen Lebensgefühls geworden. Die Musik ist pulsierend und fröhlich, die Tänze sind voller Spontanität und mitreißender Lebensbejahung. Ihr Ursprung liegt im tradtionellen Volkstanz der verschiedensten Regionen Lateinamerikas. Die Einheimischen haben Klänge und Tänze ihrer Heimatländer vermischt und mit neuen Elementen angereichert

Die verschiedenen lateinamerikanischen Tanzrichtungen sind nicht mehr klar voneinander abzugrenzen – sie haben sich gegenseitig beieinflusst, und im Laufe der Geschichte ist ein breites Spektrum an ausdrucksstarken Tänzen entstanden. So ist die Salsa beispielsweise eine lebhafte Interpretation des rhythmisch variationsreicheren und komplizierteren Mambos. Zahlreiche Armbewegungen und schnelle Hüftdrehungen verleihen der Salsa Spannung und Erotik. Ähnlich sinnlich ist auch die Rumba, ein ehemals afrokubanischer Werbungstanz. Das Spiel der Koketterie zwischen Mann und Frau findet in der Rumba seinen schönsten Ausdruck. Extremer Hüfteinsatz findet auch beim Samba-Tanz statt.

Der brasilianische Nationaltanz soll in den Straßen Rios entstanden sein. Leichter zu erlernen ist hingegen der dominikanische Merengue, dessen Rhythmus dem der Polka ähnelt. Mit etwas Eleganz und geschmeidigen Hüften wird ein Bein dem anderen, unter Drehen des Körpers, nachgezogen.

Unser Tipp: Lernen Sie Spanisch und machen Sie zur gleichen Zeit einen Kurs lateinamerikanischer Tänze. Dies lässt sich optimal verbinden. Vormittags Spanischunterricht und nachmittags Tanzkurs. 🙂